Teil 2 - Die Health Reports, Propagation Tests und BacklogsGrundlegende DFS-R Überwachung mit HausmittelnTeil 4 - Fazit und weiterführende Informationen

Teil 3 - Bestandsanalyse und Performanceauswertung

Autor: olc, MCSEboard.de

 

Die beiden letzten Punkte für eine „hausgemachte“ DFS-R Überwachung sind die Bestandsanalyse und Dokumentation der DFS-R Umgebung und die Auswertung der Performance der DFS-R Systeme.

Zuerst zur Bestandsanalyse bzw. Dokumentation:

Will man Aussagen über seine DFS-R Umgebung treffen, muß man zuallererst wissen über welche Systeme man spricht, wie die Konfiguration aussieht und ggf. was sich in der letzten Zeit verändert hat. Diese Daten erst im Fehlerfall zu sammeln ist nicht empfehlenswert und in vielen Fällen auch kaum noch möglich. Außerdem erleichtert eine gute Bestandsanalyse und Dokumentation der Umgebung die Ursachenforschung im Fehlerfall enorm und kann daher die Lösungsfindung stark beschleunigen. Es ist daher immer empfehlenswert, die Eckdaten der DFS-R Umgebung zu erfassen. So läßt sich etwa mit dem Befehl...

C:\> dfsrdiag DumpAdCfg > C:\TEMP\DFSR_ADDump.txt

...eine Ausgabe der grundsätzlichen Parameter der DFS-R Umgebung generieren. Hierin finden sich viele nützliche Informationen, die man bei der Dokumentation und im Change Management nicht außen vor lassen sollte und die einem auch bei der Suche von Fehler in den DFS-R Debug Logs nützen können. Eine der verwendeten Testumgebung entsprechend kurze Ausgabe kann wie folgt aussehen:  DFSR_ADDump.txt

Wie oben schon kurz erwähnt lassen sich fast alle DFS-R Informationen und Einstellungen aus der DFS-R Datenbank über WMI abfragen. Eine Abfrage wie...

C:\> WMIC /namespace:\\root\MicrosoftDfs path DfsrReplicatedFolderInfo > C:\TEMP\DfsrReplicatedFolderInfo.txt

...kann einem DFS-R Administrator eine recht übersichtliche Ausgabe der Replikationsordner und einiger Parameter bzw. Werte ausgeben. Möchte man nur ausgewählte Informationen ausgeben, kann man die Ausgabe mittels dem Zusatz „get <Wert1>,<Wert2>“ etc. anpassen.

Das Vorgehen über WMIC hat jedoch für reine Informationsbeschaffung zwei Nachteile:

  1. Es ist viel Arbeit notwendig, um alle gewünschten DFS-R WMI Namespaces und Klassen [10] zu finden und ggf. die Ausgabe zu formatieren.
  2. Die Rückgabe erfolgt nicht als Objekt bzw. Variable und müßte daher über Textparser weiterverarbeitet werden.

Abb. 1

Eine gute Alternative (nicht nur für DFS-R, sondern für alle WMI Namespaces) stellt daher der von Microsoft kostenlos zur Verfügung gestellte WMI Code Creator [11] dar. Mit diesem Werkzeug ist es recht komfortabel möglich, sich durch die vorhandenen Namespaces und Namespace-Klassen zu klicken und die gewünschten Informationen per Mausklick hinzuzufügen. Im Code-Bereich auf der rechten Seite des WMI Code Creators wird dann der entsprechende VBScript Code generiert, den man beliebig anpassen oder weiterverarbeiten kann. Ein Klick auf „Execute Code“ liefert einem das Ergebnis der Abfrage:  Ergebnisliste (Klick öffnet Inhalt als einfachen Text)

Je nachdem, welche Informationen für die Überwachung interessant sind, können die verschiedenen Namespace-Klassen zusammengeführt und recht umfangreiche und vor allen Dingen übersichtlichen Ausgaben generiert werden. Diese sind als Bestandsanalyse bzw. Dokumentation dann weiter zu verarbeiten oder festzuhalten. Weiterhin lassen sich aus den Codeschnipseln auch weiterführende Aufgaben erzeugen. Der WMI Code Creator ist sehr mächtig und bietet noch viele weitere Funktionen. Ein Blick hinein lohnt also in jedem Fall.

Performance Überwachung

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Auswertung der Perfomance der DFS-R Systeme. Hierbei sind zweierlei Dinge gemeint: Zum einen natürlich die Systemfaktoren, also beispielsweise CPU, RAM, Netzwerk und Festplatten / Festplatten-Arrays. Diese sind begrenzende Faktoren und können zu Problemen in der DFS-R Umgebung führen, sollten Engpässe oder Fehler auftreten. Zum anderen lassen sich wie oben im HowTo angesprochen die DFS-R Daten über WMI auslesen oder aber über Performance Counter auswerten (die Schnittstelle ist die Selbe).

In beiden Fällen kann (wir denken daran, daß in diesem HowTo die „Hausmittel“ besprochen werden und keine ggf. kostenpflichtigen Drittanwendungen) kann der „Perfmon“ oder auch der „Server Performance Advisor“ gute Dienste leisten.

Abb. 2

Zur Systemüberwachung als solches als auch zur Überwachung der DFS-R Performancecounter bietet der Perfmon alles, was benötigt wird. So lassen sich entweder Langzeitüberwachungen konfigurieren oder auch Alarme definieren. Jedoch muß man hier sehr genau prüfen, welche Counter man einsetzt und was diese schlußendlich Aussagen. Ist die „Disk Queue Length“ der „physical disc“ oder „logical disc“ gegebenenfalls dauerhaft größer als „1“, ist hier ein möglicher Flaschenhals schnell gefunden. Ob nun jedoch 2 GB replizierter Daten viel oder wenig ist, läßt sich ohne eine Langzeitüberwachung der Umgebung schlichtweg nicht beurteilen. Hier heißt es die richtigen Counter zu finden und nach Möglichkeit auch nur diese auszuwerten. Die Quantität der Daten ist hierbei nicht entscheidend, sondern die Qualität.

Gleiches gilt für den Server Performance Advisor. Dieser bietet jedoch von Hause aus schon einen sehr übersichtlichen Aufbau und es ist sehr einfach möglich, sich eigene „Performance Counter Groups“ oder „Data Collectors and Reports“ zu erstellen. Nachdem man sich beispielsweise eine eigene Performance Counter Group per Rechtsklick auf „Performance Counters“ erzeugt hat und dieser Gruppe dann per Drag & Drop die gewünschten Counter hinzufügt, kann man diese eigens erstellte Gruppe einer ebenfalls neu erstellten „Data Collectors and Reports“ Gruppe hinzufügen. Dies geschieht ebenfalls per Drag and Drop.

Abb. 3
Abb. 4

Die Aufzeichnung der Daten kann man dann mittels GUI oder aber über die „spacmd“, die im Installationsverzeichnis des Server Performance Advisors liegt, per Aufgabenplaner regelmäßig gestartet werden. So erhält man eine übersichtlich gestaltete Performancehistorie mit allen gewünschten Daten. Die zur Reporterzeugung benötigten Performance Daten liegen wie die Perfmon Daten standardmäßig unterhalb von „C:\Perflogs“. Setzt man das „ExpertLevel“ in den Eigenschaften der selbst erstellten Collector-Gruppe dann zusätzlich noch hoch (z.B. auf „5“) und kompiliert die Rohdaten mittels „spacmd compile“ noch einmal neu, erhält man eine schier erschlagende Masse an Informationen, die jedoch im Bedarfsfall viele aufschlußreiche Informationen liefern können.

 

© MCSEboard.de, olc

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