Teil 2 - Sicherung mit der GUISicherung eines 2008 Domänen Controller mit Windows Server Sicherung

Teil 2 - Sicherung mit der Kommandozeile: wbadmin.exe

Autor: Claus Greck [MVP], MCSEboard.de

 

Zusammen mit dem Feature Windows Server Sicherung wird das Tool für die Kommandozeile wbadmin.exe installiert. Für den Server Core ist für die jetzige Version des Servers auch die einzige Methode, ihn zu sichern. Die Power Shell für Server Core soll ja erst mit 2008 R2 kommen.
Gesteuert wird wbadmin.exe über diverse Parameter, die hier nur teilweise angesprochen werden. Die vollständige Referenz zu den Parametern findet man auf der Microsoft Homepage [1].

Das Tool wbadmin.exe bietet im Prinzip die gleichen Möglichkeiten wie die im Teil 1 dieses HowTo beschriebene Sicherung mit der MMC. Daneben bietet es jedoch  direkt oder indirekt noch weitere Möglichkeiten. So kann mit der Kommandozeile auch nur allein der Systemstatus eines Servers  gesichert werden. Diese Option bietet die MMC nicht. Desweiteren ist im Teil 1 nachzulesen, dass ein regelmäßiges Sichern nach Zeitplan auf ein Netzlaufwerk nicht möglich ist. Man kann mittels der MMC nur bei der Einmalsicherung auf ein Netzlaufwerk sichern. Mit wbadmin.exe lässt sich das als Einzelauftrag ebenfalls bewerkstelligen, aber dafür kann man den Befehl dann über die Aufgabenplanung regelmäßig ausführen lassen.

Einfache Sicherung eines Servers mit wbadmin

Zur einfachen Sicherung eines Servers mit Laufwerk C und D würde man folgenden  Befehl verwenden:

wbadmin start backup –include:c:,d: –backuptarget:e:


Wenn man nur die für das System wichtigen Laufwerke sichern wollte, nimmt man statt des Parameter –include:<LW-Liste> den Parameter –allcritical. Welche Laufwerke dieser Parameter alle umfaßt, wurde eingangs des HowTo erläutert.

Zeitgesteuerte Sicherung eines Servers mit wbadmin

Eine zeitgesteuerte Sicherung aller ausgewählten Laufwerke zu drei unterschiedlichen Uhrzeiten am Tag würde so aussehen:

wbadmin enable backup –addtarget:e: -include:c:,d: -schedule:08:00,12:00,17:00
(endlich müssen auch mal die englischsprachigen Freunde unser 24h-Schema übernehmen ;-) )

Es geht natürlich genauso anstatt ausgewählter Volumes mit dem Parameter  -allcritical spezifisch nur die kritischen Laufwerke zu sichern.

Systemstatus-Sicherung mit wbadmin

Zur Systemstatus-Sicherung gibt es einiges  anzumerken. Die ersten Builds des 2008 Server konnten den Systemstaus nicht sichern. Es wurden bei der Sicherung des Systemstatus lediglich die kritischen Volumes gesichert, komplett. Microsoft hat sich jedoch das Feedback der Kunden zu Herzen genommen und dann doch noch die Sicherung des Systemstatus eingebaut, so wie diese es von den früheren Betriebssystemen seit Windows 2000 gewohnt waren. Der Befehl dazu lautet:
 
wbadmin start systemstatebackup -backupTarget:e:

Was wird denn mit dem Systemstatus bei 2008 gesichert? Für diejenigen, die den Systemstatus von 2000/XP/2003 her kennen: Im Prinzip das gleiche. Anstelle von ganzen Volumes  werden die wichtigsten Files und Applikationsdatenbanken gesichert, je nach dem welche Rollen installiert sind:

  • Registry
  • COM+ Class Registration Datenbank
  • Boot Dateien
  • Active Directory Certificate Services (AD CS) Datenbank
  • Active Directory Datenbank (Ntds.dit)
  • SYSVOL Verzeichnis
  • Clusterdienst Informationen
  • Microsoft Internet Information Services (IIS) Metadirectory
  • System Dateien, die von der Windows Resource Protection geschützt werden

Wie bei den Vorgänger-Betriebssystemen sind die einzelnen Punkte nicht selektierbar. Was von der obigen Liste auf dem System vorhanden ist, wird auch gesichert (und natürlich auch wahlfrei wiederhergestellt).
Obwohl der Systemstatus keine ganzen Volumes sichert, wird die Systemstatus-Sicherung relativ groß. So beträgt die Größe der Sicherung auf einem einfachen, neu aufgesetzten Domänencontroller mit der standardmäßigen AD-DB  ca. 6,3 GB, wobei der gesamte Server nur ca. 7 GB Platz belegte.

Es gibt bei der Systemstatus-Sicherung ein paar weitere Dinge zu beachten:

1) Wie oben bereits gesagt, ist die Systemstatus-Sicherung nur aus der Kommandozeile verfügbar

2) Die Systemstatus-Sicherung kann nicht auf Netzlaufwerke erfolgen, nur auf lokale Datenträger

3) Das lokale Ziellaufwerk wird nicht wie bei lokalen Volume-Sicherungen exklusiv vom System verwaltet und ist daher vom Explorer aus unter seinem Laufwerkbuchstaben zugreifbar

4) Die Systemstatus-Sicherung kann nicht mit dem Sicherungstool zeitgesteuert ausgeführt werden (als Befehl in der Aufgabenplanung natürlich schon)

5) Es wird nicht wie bei den Sicherungen ganzer Volumes nach der Sicherung ein Snapshot des Zielvolume gemacht. Daher wird bei wiederholter  Systemstatus-Sicherung nicht inkrementell gesichert. Vielmehr wird für jede Systemstatus-Sicherung ein separater Ordner mit Datum angelegt, und darin jeweils eine VHD-Datei gespeichert. Nicht gerade platzsparend.

Der Systemstatus dient dazu, nur das Betriebssystem eines Servers mit seinen wichtigsten Dateien und Datenbanken bei "minimalistischem" Sicherungsaufwand im Falle eines Platten- oder Komplettausfalls wieder herstellen zu können. Daher scheint es zunächst logisch und folgerichtig, dass der Systemstatus nicht auf einer der kritischen Laufwerke gesichert werden kann. Es erscheint eine Fehlermeldung

Allerdings war dies bei früheren Versionen von Windows möglich und bot somit die Möglichkeit, vor Änderungen z.B. an der Registry oder anderen systemkritischen Dateien eben mal schnell nur den Systemstatus auf Platte zu sichern, selbst wenn keine separate Festplatte dafür zur Verfügung stand.
Wer auch bei Server 2008 von der Möglichkeit Gebrauch machen möchte, den Systemstatus auf ein kritisches Laufwerk zu sichern, der muss den Wert AllowSSBToAnyVolume im Registry-Schlüssel:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\wbengine\SystemStateBackup\

auf 1 setzen. Der Wert 0 schaltet diese Option wieder aus. Es gibt bei der Verwendung dieses Registry-Wertes noch ein paar weitere wichtige Dinge zu beachten, die man im Knowledge Base Artikel 944530 [2] nachlesen sollte.

Quellen & Links

[1]  http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc754015.aspx

[2]  http://support.microsoft.com/kb/944530/en-us

 

© MCSEboard.de, Claus Greck [MVP]

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