Teil 1 - Ihr Hilfsmittel: Der SystemmonitorSo finden und beheben Sie Hardware-Flaschenhälse

Teil 2 - Die wichtigsten Risikofaktoren beobachten

Autor: windows-server-praxis.de

 

Risiko 1: So finden Sie Lecks in der CPU-Performance

Die CPU wird immer dann zum Nadelöhr, wenn Sie rechenintensive Server-Dienste und Applikationen ausführen. In Tabelle 2 haben wir Ihnen die wichtigsten Leistungsobjekte und Leistungsindikatoren zusammengestellt, mit denen Sie Ihren Prozessor als Flaschenhals identifizieren können.

Ihre Gegenmaßnahme ist von der Kombination der Leistungswerte abhängig. Ist die Prozessorzeit  z. B. hoch und die Prozessorwarteschlangenlänge durchschnittlich sehr klein, benötigen Sie einen schnelleren Prozessor. Liegt hingegen die Länge der Warteschlange für einen Prozessor über vier, benötigen Sie einen zusätzlichen Prozessor auf Ihrem Mainboard.

Tipp der Redaktion: Zusätzlich müssen Sie parallel über den Task-Manager ermitteln, welche Prozesse die hohe Last verursachen. Einzelne Querschläger können Sie so eliminieren und die Server-Dienste identifizieren, die Sie besser auf ein anderes physikalisches System auslagern.

Risiko 2: Zu geringer Arbeitsspeicher

Ein sehr häufiger Flaschenhals ist der virtuelle Arbeitsspeicher, der sich unter Windows Server aus dem physikalischen Arbeitsspeicher und der Auslagerungsdatei auf Ihrer Festplatte zusammensetzt. In die Auslagerungsdatei sollten nicht kontinuierlich Speicherseiten gelesen und geschrieben werden (Swapping), da der Zugriff auf die Festplatte erheblich langsamer ist als auf dem physikalischem RAM. Jedoch dürfen die Speicherbereiche ausgelagert werden, deren Anwendungen zwar gestartet sind, aber ruhen. Die wichtigsten Indikatoren für Speicherlecks haben wir für Sie in Tabelle 3 zusammengefasst.

Um ein Speicherleck Ihres physikalischen Arbeitsspeichers sicher zu identifizieren, müssen Sie alle Leistungsindikatoren zusammen betrachten. Wenn z. B. der Indikator „Seiten/s“ sehr hoch ist, die maximale Belegung der Auslagerungsdatei aber größer als 50 % ist und der verfügbare Speicher nur noch bei wenigen MB liegt, ist Ihr Arbeitsspeicher einfach zu klein. Lagern Sie in diesem Fall speicherhungrige Prozesse auf andere Server aus und erhöhen Sie den physikalischen Arbeitsspeicher.

Beachten Sie: Beobachten Sie die Werte mindestens eine Stunde lang und prüfen Sie, ob sie dauerhaft so hoch sind. Für wenige Minuten dürfen sie problemlos die Soll-Werte überschreiten – nur eben nicht dauerhaft.

Risiko 3: Festplattenauslastung zu hoch

Ein weiteres Nadelöhr ist häufig die Auslastung des Festplatten-Subsystems. Die Festplatten selbst oder auch Ihr Controller werden dabei durch zu viele Schreib- und Lesevorgänge überlastet. Ursache könnte z. B. eine stark frequentierte Datenbank sein, die sehr viele Lesevorgänge abwickeln muss. Verursachen noch andere Anwendungen Festplatten-I/O (Input/Output) oder finden zu viele Swapping-Vorgänge statt, verlangsamt das in der Regel das gesamte System. Die wichtigsten Indikatoren zum Erkennen eines solchen Flaschenhalses finden Sie in Tabelle 4:

Ist die Warteschlange des Datenträgers sehr hoch, ist Ihr Festplatten-Subsystem vermutlich zu langsam. Sie sollten dann Ihr RAID-Level prüfen und dieses gegebenenfalls um weitere Festplatten erweitern bzw. die bestehenden Platten gegen schnellere austauschen. Wenn der prozentuale Zeitanteil an I/O-Vorgängen konstant hoch ist, deutet dies auf zu langsame Platten hin.

Tipp der Redaktion: Falls die Festplattenleistung aufgrund zu vieler Swapping-Aktivitäten zu hoch ist, legen Sie die Auslagerungsdatei einfach auf einen weniger stark benutzten Datenträger. Dies erledigen Sie über „System“ -> „Erweitert“ -> „Systemleistung: Einstellungen“ im Register „Erweitert“ unter „Virtueller Arbeitsspeicher ändern“.

Performance-Baseline ist unerlässlich

Zur regelmäßigen Analyse von Performance-Problemen müssen Sie eine Baseline erstellen. Sie enthält alle Leistungswerte Ihres Servers im Grundzustand. Diese Werte können Sie dann regelmäßig mit Ihren  aktuellen Messungen vergleichen und so einfacher Trends und Abweichungen erkennen.

 

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