So dokumentieren Sie alle Änderungen in Ihrem Active Directory mit José

Autor: windows-server-praxis.de

 

Das Active Directory ist das Herz Ihres Windows-Servers, das mit steigender Unternehmensgröße immer komplexer wird. Im Alltagsstress wird das Verzeichnis aber nur selten ausreichend dokumentiert. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das mit wenig Aufwand ändern.

Sie wissen selbst: Nur wer Ihren Bauplan kennt, kann Ihr System warten und im Notfall die richtigen Entscheidungen treffen. Mithilfe einer Active-Directory-Dokumentation finden sich Ihre Kollegen und Dienstleister schneller in Ihrem System zurecht und haben sofort den Überblick.

Microsoft selbst hat eine sinnvolle Dokumentationshilfe versäumt. Deshalb empfehlen wir Ihnen das kostenlose Tool José. Damit erstellen Sie in nur wenigen Minuten eine einfache, aber praxisgerechte Dokumentation Ihrer Objekte im Active Directory.

Was Sie mit José dokumentieren

José wertet alle im Active Directory verfügbaren Informationen aus und erstellt daraus einen HTML-Report. Sie legen dabei selbst fest, welche Bereiche Ihrer Domäne dokumentiert werden. So können Sie z. B. eine Dokumentation für die gesamte Domäne oder nur für einzelne Container bzw. Organisationseinheiten erstellen.

Für jedes Objekt (Computer, Drucker, Gruppe, Kontakte und Benutzerkonten) legen Sie genau fest, welche Eigenschaften im Report angezeigt werden. So stellen Sie beispielsweise ein, ob Ihre Drucker angegeben werden (z. B. mit dem im Active Directory angegebenen Standort).

Beachten Sie:
Verwenden Sie José nur bei Verzeichnissen mit bis zu 2.000 Objekten. Ansonsten dauert die Erstellung zu lange und der als HTML-Datei erzeugte Report kann vom Browser nicht mehr geladen werden.

Abb. 1

zu Abb. 1: Dokumentation Ihrer Active-Directory-Objekte - bevor Sie mit José einen Report erstellen, versehen Sie alle Objekte in Ihrem Verzeichnis mit einer Beschreibung.

Dokumentieren Sie Ihre Active-Directory-Objekte vorab

Neben den technischen Informationen stellt José Ihnen Meta-Informationen über jedes Objekt, wie z. B. die Telefonnummer oder Kontaktadresse eines Benutzerkontos, dar. Erst wenn Sie die technischen Informationen mit diesen Meta-Informationen verbinden, ist der mit José erstellte Report besonders aussagekräftig.

Tipp der Redaktion: Wir empfehlen Ihnen vorab: Dokumentieren Sie im Active Directory alle Gruppen, Objekte und Container. Geben Sie möglichst viele ergänzende Informationen zu jedem Objekt ein.

Bei Sicherheitsgruppen müssen Sie z. B. unbedingt den Zweck der  Gruppe in den Anmerkungen erläutern. Dazu öffnen Sie in der „Active Directory-Benutzer und -Computer“-Verwaltung einfach die Eigenschaften der Gruppe und geben im Feld „Beschreibung“ eine Kurzbeschreibung ein. In unserem Firmennetzwerk haben wir die Sicherheitsgruppe „WLANNutzer“ z. B. wie folgt dokumentiert:

„Mitglieder dieser Gruppe haben Zugriff auf das WLAN. Sie können sich per 802.1x authentifizieren und erhalten vom WLAN Zugriff auf das LAN.“

In der folgenden Checkliste haben wir Ihnen alle wichtigen Felder zusammengestellt, die Sie dokumentieren sollten.

Diese Informationen fügen Sie den Objekten Ihres Active Directorys hinzu:

  • Alle Sicherheitsgruppen enthalten eine Beschreibung.
  • Alle Organisationseinheiten enthalten eine Beschreibung und ggf. Angaben zum Standort.
  • Kontaktdaten wichtiger Benutzer wurden in den Benutzerkonten hinterlegt.
  • Für wichtige Computerkonten (z. B. Server) wurden Beschreibungen hinterlegt.
  • Bei allen im Active Directory verfügbaren Druckern wurde eine Beschreibung und ein Standort hinterlegt.


So schnell erstellen Sie einen Report

Um Ihren ersten Report mit José anzufertigen, laden Sie das Tool zunächst auf Ihren Server und entpacken die ZIP-Datei. Anschließend gehen Sie wie folgt vor:

Schritt 1: Öffnen Sie da  entpackte Verzeichnis und starten Sie José mit „Jose.hta“.

Schritt 2: Sie sehen nun den Konfigurationsbildschirm. Auf der linken Seite wählen Sie die Ausgangsebene der Dokumentation. In unserem Beispiel dokumentieren wir das gesamte Active Directory.

Schritt 3: Nehmen Sie auf de  rechten Seite die Objektauswahl vor. Die Voreinstellungen sind für eine Dokumentation durchaus brauchbar. Wir empfehlen Ihnen je nach Umfang der Dokumentation gegebenenfalls Attribute hinzuzufügen bzw. auszublenden. Bei „Drucker“ könnten Sie z. B. die Option „Standort“ noch für eine Gesamtdokumentation aktivieren.

Schritt 4: Mit einem Klick auf „Jetzt Dokumentieren“ erstellen Sie die Dokumentation. Anschließend finden Sie den Report unterhalb des José-Programmverzeichnisses im Verzeichnis „Reports“. Mit Ihrem Browser können Sie den Report nun öffnen.

Abb. 2

Ausgangsebene und Objekte auswählen: Nach dem Start von José wählen Sie die Objekte aus, die beim Erstellen des Reports berücksichtigt werden sollen. Die Voreinstellungen sind  für eine Gesamtdokumentation durchaus brauchbar (Grafik teilweise unkenntlich gemacht).

Abb. 3

Beispiel-Bericht: In diesem Beispiel sehen Sie den Bericht eines unserer Test-Systeme. Am Ende des Reports finden Sie auch eine Legende, die Ihnen alle Symbole erklärt. So verstehen Sie den Bericht auf Anhieb.

Den erstellten Report drucken Sie am besten aus und heften ihn zu Ihren anderen Dokumentationen.

Übrigens: Mit José können Sie auch sehr komfortabel Sicherheitsgruppen dokumentieren. Dazu aktivieren Sie nur das Objekt „Gruppe“ und wählen als Attribute „Gruppentyp“, „Mitglieder“ und „Mitglied  von“ an. Im Report sehen Sie daraufhin die Struktur Ihrer Sicherheitsgruppen und die dazugehörigen Konten.

 

© MCSEboard.de, windows-server-praxis.de