Notebook SecurityDatensicherheit

Teil 1 - Physikalische Sicherheit

Autor: Siegfried Seifert, MCSEboard.de

Wenn keine fremde Person physikalischen Zugriff auf Ihr Notebook hat, ist es sicher. Daher lautet die erste und wichtigste Sicherheitsregel: Lassen Sie das Gerät nicht aus den Augen!

Klingt schrecklich banal, ist aber sehr effektiv. Angewendet auf den Alltag, kann das folgendermaßen aussehen.

Im Auto oder Taxi
Legen Sie das Notebook gut sichtbar neben sich auf den Sitz oder behalten es in der Hand. Nicht irgendwo verstauen, z. B. im Kofferraum, wo es vergessen werden könnte. Wollen Sie das Fahrzeug kurzzeitig verlassen, nehmen Sie das Notebook mit. Auch wenn es nur für 5 Minuten ist.

In Bus oder U-Bahn
Halten Sie das Notebook immer in der Hand. Nicht auf dem Nebensitz oder unter dem Sitzplatz verstauen, es wird dort leicht vergessen. Vor allem dann, wenn der Angreifer ein Ablenkungsmanöver(z. B. mit Partner) startet.

In der Bahn
Verstauen Sie das Notebook bei längeren Fahrten in der Gepäckablage genau über Ihnen. Wenn der Angreifer da ran will, muss ihnen auf die Füße treten. Wenn Sie das Abteil zwischendurch verlassen wollen (Zugrestaurant, Toilette usw.), nehmen Sie das Gerät auf jeden Fall mit.

Im Flugzeug
Dort gelten die gleichen Regeln wie für die Bahnfahrt.

Im Hotel
Wenn Sie nicht gerade damit arbeiten, sollten Sie das Notebook gut sichtbar in der Nähe der Zimmertüre abstellen. Am besten so, dass Sie darüber stolpern, wenn Sie das Zimmer verlassen wollen. Nehmen Sie das Gerät mit, lassen Sie es niemals im Zimmer zurück.
Gute Hotels bieten als Service die sichere Aufbewahrung von Gepäck oder sonstigen Wertgegenständen an, ist zumeist im Zimmerpreis enthalten.

Kabelschloss
Dabei handelt es sich um ein Drahtseil, das an einen Adapter im Notebook-Gehäuse befestigt wird. Damit wird das Notebook an einer beliebigen, stabilen Vorrichtung “an die Leine” gelegt. Wenn ein Angreifer das Gerät stehlen will, benötigt er ein Schneidwerkzeug oder muss das Gerät unter Inkaufnahme von schweren Schäden abreißen.
Ursprunglich vom US-Unternehmen Kensington Technology Group im Markt etabliert, wird der Name  “Kensington Lock" inzwischen synonym für eine ganze Palette solcher Produkte verwendet. Erhältlich sind auch Varianten mit Zahlenschlössern und zusätzlicher Alarmfunktion.

Alarm-Koffer
Das sind Notebook-Koffer mit extrem lauten (110 Dezibel) Alarmfunktionen. Diese werden aktiv, wenn ein Angreifer versucht, den Koffer gewaltsam zu öffnen. Wird sehr oft in Kombination mit Entfernungssensoren angeboten.

Entfernungssensoren mit Funkadapter
Bestehend aus einem USB-Adapter und einem Schlüsselanhänger, die per Funk Kontakt halten. Eine automatische Sperrung des Laptops erfolgt, sobald sich der Anhänger außerhalb der Reichweite (ca. 5 m) befindet.

Camouflage
Gegen Gelegenheitslangfinger hilft auch eine gute Tarnung. Wenn das Notebook z. B. in einem Behältnis transportiert wird, dass nicht nach einer typischen Notebook-Tasche aussieht.
Wer vermutet bei dem lässigen Jeanstyp, dass in seinem abgegriffenen Rucksack ein Notebook steckt? Oder in der speckigen, schlammbraunen Aktentasche? Das Highlight dürfte die gepolstert ALDI-Tüte oder die präparierte Pizzaschachtel sein.
Sie dürfen hemmungslos experimentieren.

Sicherheitsaufkleber/Gravuren
Wenn versucht wird, den Aufkleber zu entfernen, wird darunter ein Siegel sichtbar, dass nicht entfernt werden kann. Das Notebook ist damit als gestohlen markiert.
Es gibt  kommerzielle Anbieter, wo das Gerät zusätzlich mit einer eindeutigen ID in einer Online-Datenbank registriert wird.

Case-Modding
Sehr auffällig und individuell gestaltete Notebook-Gehäuse stellen beim Wiederverkauf nach einem Diebstahl ein gewisses Risiko (Wiedererkennung) dar und mindern somit den Verkaufswert.


Im Ernstfall...
Mit einem GPS-Sender und entsprechndem Empfänger lassen sich gestohlene Geräte schnell lokalisieren. Diese Lösung ist allerdings nur sinnvoll, wenn der Sender fest im Gerät verbaut ist, da er ansonsten schnell entfernt werden kann.
Insgesamt ist diese Lösung recht kostenintensiv und verlangt eine relativ schnelle Reaktion auf einen Gerätediebstahl. Einigen Stunden nach dem Diebstahl kann das Gerät eventuell schon gecracked und die Daten kopiert sein.


Physikalische Sicherheit ist für ein mobiles Datengerät der sicherste Schutz, den es gibt.

 

© MCSEboard.de, Siegfried Seifert

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